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Die Wiederkehr einer „vergessenen“ Rebsorte: „Viognier“

Newsletter 5 vom 28. Dezember 2002

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Bis vor einigen Jahren wurde von den Winzern weltweit mehr Wert auf Masse als auf Klasse gelegt, was bedeutete, dass in erster Linie ertragsreiche Rebsorten angepflanzt und vinifiziert wurden. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Rebsorten entweder verschwanden oder nur noch in kleinen, abgegrenzten Gebieten überlebten.
Eine dieser Rebsorten war die in Frankreich angebaute „Viognier“. Noch in den Fünfziger-Jahren fand man sie in ganz Südfrankreich, doch vor allem wegen ihrer von Natur aus geringen Erträge (was sich positiv auf die Qualität auswirkt) verlor sie mehr und mehr die Gunst der Winzer und überlebte nur dort, wo sie qualitativ schon immer die besten Ergebnisse erzielt hatte, an der nördlichen Rhone. Die besten und damit auch teuersten Viognierweine kamen und kommen immer noch aus der Appellation Condrieu, wo sie schon immer die einzige zugelassene Rebsorte war
Damit die Viognier-Rebe alle ihre Qualitäten entfalten kann, braucht sie viel Wärme um voll ausreifen zu können. In Condrieu mit seinen steil abfallenden Granit-Südhängen hat sie dazu ideale Bedingungen. Die allerfeinsten Weine aus dieser Rebsorte kommen von Chateau Grillet, einem kleinen Talkessel inmitten der Appellation Condrieu. Das im Privatbesitz sich befindliche Chateau hat eine eigene Appellation und ist mit 2,5 ha eine der kleinsten Frankreichs.

Es steht zweifelsfrei fest, dass die Qualität des angebotenen Weins in den letzten Jahren im Schnitt stark angestiegen ist. Dies führte dazu, dass es wegen der am Markt zu erzielenden höheren Preise, für die Winzer immer attraktiver wurde, solche in Vergessenheit geratenen Rebsorten wieder anzubauen. Die französischen Rebschulen verzeichneten ab der Mitte der 80er-Jahre eine zunehmende Nachfrage nach Viognier-Edelreisern und verkauften um 1988 jährlich eine halbe Million Stück. Im Languedoc-Roussillion gab es vor 1989 nicht eine einzige Viognier-Rebe, aber 1993 betrug die Anbaufläche bereits 140 ha, und sie ist inzwischen weiter gewachsen (Quelle: Robinson, Jancis: Rebsorten und ihre Weine).

Einer der ersten, die an der südlichen Rhone wieder Viognier anbauten, war Denis Chamfort von der Domaine Chamfort, und in den letzten Jahren bekam er diese rech schwer zu kultivierende Rebe immer besser in den Griff. Wie er mir vor kurzem schrieb, wird sein Jahrgang 2001 im Guide Hachette 2003 mit zwei Sternen ausgezeichnet werden.

Viognier ergibt, gut ausgebaut, einen Wein mit eher schwacher Säure, kräftiger Farbe und einem ganz eigenen Duft, der stark an Honig, Aprikosen, Pfirsiche und Blumen erinnert, mit einem Hauch von Ingwer.

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