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Traditionalisten versus Modernisten

Newsletter 3 vom 21. November 2001

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In diesem Newsletter möchte ich über ein Thema sprechen, das die Winzer in einigen Weingegenden Europas seit längerer Zeit eingehend beschäftigt, nämlich den Konflikt zwischen „Traditionalisten“ und „Modernisten“. Damit ist gemeint, dass sich der Geschmack und vor allem die Erwartungen der Kunden an den Wein grundlegend geändert hat, was nicht ohne Einfluss auf den Ausbau von Weinen blieb.

Bis vor einigen Jahren wurden die Weine in einigen renommierten Anbaugebieten noch so ausgebaut, dass sich ihre Reife und Trinkfertigkeit erst nach einigen Jahren der Lagerung einstellte. Die eindrucksvollsten Beispiele in dieser Hinsicht sind das Barolo in Norditalien und Cahors in Südwestfrankreich. Diese Weine waren in ihrer Jugend kaum zu trinken und kamen zumeist bewusst erst nach einigen Jahren in den Handel.

Da die überwiegende Anzahl der Weintrinker den Wein jedoch nicht kauft um ihn Jahre einzulagern, sondern ihn meist sofort trinken will, sahen sich die Winzer gezwungen, sich diesem Wunsch nach sofort trinkbaren Weinen zu beugen und sie entsprechend auszubauen. Dies bedeutete zum einen, dass in der Gärungsphase sichergestellt wurde, dass die Menge der Tannine nicht mehr so groß wurde, oder dass bestimmten tanninhaltigen Rebsorten andere beigemischt wurden.

Im Cahors bedeutete dies, dass den Weinen zu der seither dominierenden Rebsorte Cot nun eine bestimmte Menge Merlot beigemischt wurde, wodurch er weicher und fruchtiger wurde. Natürlich fällt es einigen Winzern schwer, ihren traditionellen Wein, der zum Teil seit Jahrhunderten typisch für das Gebiet war, in dieser Weise zu verändern und – vor allem im Barolo – wird die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Weinstilen noch zum Teil sehr erbittert geführt.

An der Rhone sind die Unterschiede zwischen diesen Stilen nicht so gravierend wie in den beiden oben angesprochenen Gebieten, denn die Weine vor allem der südlichen Rhone waren immer schon früher trinkreif als zum Beispiel im Cahors.

Spürbar sind sie jedoch vor allem bei den Weinen der beiden Brüder Chamfort. Denis von der Domaine Chamfort als „Modernist“ und Bernard von der Domaine de Verquière als „Traditionalist“.

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