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Rebsorten der Rhone

Newsletter 2 vom 25. Mai 2001

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In diesem Newsletter möchte ich einiges über die Rebsorten der Rhone erzählen. Das große Weinbaugebiet, das einige Kilometer südlich von Lyon beginnt und sich bis in die Gegend von Orange erstreckt, kann vom Charakter der Weine in zwei große Bereiche eingeteilt werden, die nördliche und die südliche Rhone. Den klingenderen Namen besitzen dabei die Weine der nördlichen Rhone, was sich natürlich auch im Preis ausdrückt. Hier werden hauptsächlich zwei Rebsorten angebaut und zu reinsortigen Weinen vinifiziert, Syrah für den Rotwein und Viognier für den Weißwein. Syrah findet hier ideale Bedingungen, steile Hanglagen und ein wasserdurchlässiger, felsiger Boden, der die Wärme speichert. Dies garantiert, dass die Reben gut ausreifen, was bei dieser Rebsorte absolut notwendig ist.
Es wird von den Winzern kaum die Basisappellation Cotes du Rhone produziert, und wenn dann besteht auch er nur aus einer dieser Rebsorten. Der Wein dieser Gegend wird hauptsächlich unter den Namen der Gemeindeappellationen ausgebaut, an der Spitze Hermitage, Condrieu, Cote Rotie und Chateau Grillet, danach St. Joseph, Cornas, Croze-Hermitage und St. Peray. Vom Ansehen her vergleichbar sind alle diese Gemeindeappellationen mit den fünf Crus der südlichen Rhone, die ich im letzten Newsletter beschrieben habe.

Die südliche Rhone kann auch in zwei Bereiche unterteilt werden, für die zwar die gleichen Regeln gelten, deren Weine jedoch aufgrund der klimatischen Verhältnisse und des Bodens deutlich unterscheidbar sind, und zwar in die Gebiete rechts und links der Rhone. Der weitaus größere Teil der qualitativ hochstehenden Villages-Weine und der Crus befinden sich östlich der Rhone.
An der südlichen Rhone müssen die Weine nach den Bestimmungen der Appellation aus mehreren Rebsorten zusammengesetzt sein. Die Weinsorten, die angebaut und verwendet werden dürfen, wurden bei der gesetzlichen Einführung der Appellation festgelegt, beim Chateauneuf-du-Pape sind es z.B. insgesamt 14 Sorten. Die ganze zugelassene Bandbreite wird jedoch von kaum einem Winzer auch genutzt.
Ein Wein der südlichen Rhone besteht in der Regel aus einem großen Anteil an Grenache, die ihm die Frucht bringt, veredelt durch Syrah und Mourvèdre, die ihm Struktur, Festigkeit und eventuelle Lagerfähigkeit verleihen.
Der Mischsatz der südlichen Rhone war zu den Zeiten, als er gesetzlich festgelegt wurde in jedem Fall ein qualitativer Schritt nach vorne, er ermöglichte es dem Winzer ein wenig unabhängiger von den Launen der Natur zu werden und dem Risiko, dass eine Rebsorte in einem Jahr nicht optimal geriet. Dies konnte durch die anderen Sorten bis zu einem gewissen Grade ausgeglichen werden. Unter den damaligen Bedingungen war es eben ungleich schwerer als heute einen weniger guten Jahrgang doch noch respektabel zu vinifizieren. Mit den heutigen, modernen Methoden der Weinzubereitung ist dies eher möglich.

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend zu reinsortig ausgebauten Weinen aus Übersee festzustellen. Besonders Weine aus 100% Syrah finden immer mehr Liebhaber, was dazu führte, dass auch an der südlichen Rhone mehr und mehr Winzer dazu übergehen, solche Weine zu produzieren. Dabei stehen sie jedoch vor dem Problem, dieser Wein eben nicht den zur Klassifikation vorgeschriebenen Mischsatz aus den zugelassenen Rebsorten aufweist und deshalb als Vin de Pays angeboten werden muss. Aus meinem Angebot ist es Monsieur Jouve, der seinen Syrah als „Vin de Pays de Coteaux de Cèze“ klassifizieren muss, obwohl er seine anderen Weine als Cotes du Rhone verkaufen kann.
Interessantes konnte ich dazu bei einem Aufenthalt im Vaucluse feststellen. Ein großes Handelshaus an der südlichen Rhone bietet einem Wein unter dem Namen „cuvée syranne“ und der Klassifikation Cotes du Rhone an. Durch den Namen wird suggeriert, dass es sich um eine cuvée handle, obwohl der Wein aus 100% Syrah besteht. Der Vorsitzende einer Winzervereinigung eines Dorfes meinte dazu, dass dies nicht erlaubt wäre, aber wohl auch nicht geahndet werden würde.

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