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Rosé im Kommen

Newsletter 17 vom 05. Oktober 2008

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Vor kurzem war ich in Südfrankreich um Wein zu holen und konnte eine Beobachtung machen, die für mich sehr interessant war. Im Vergleich zu früher standen auf den Tischen der abendlichen Menüs in den Restaurants deutlich mehr Rosés als früher. Natürlich wurde vor allem in der Provence schon immer mehr Rosé getrunken als in anderen Teilen dieser Welt, doch vor allem abends im Restaurant dominierte doch der Rotwein. Dies hat sich inzwischen deutlich wahrnehmbar geändert. Durch einen längeren Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. August wurde dies bestätigt, jeder fünfte Wein der in Frankreich inzwischen verkauft wird ist demnach ein Rosé, in dem Artikel wird er als ein „Gaumenschmeichler mit Potential“ bezeichnet.

Erklärt wird dieser Aufstieg des Rosés damit, dass der Rosé-Champagner in der besseren New Yorker Gesellschaft aus welchen Gründen auch immer als schick entdeckt wurde und daraufhin führende Champagnerhäuser entsprechend qualitätsvolle Abfüllungen auf den Markt brachten. Champagner-Rosé wurde so zum vornehmsten Party-Getränk. Von Winzern in der Neuen Welt wurde dies aufgenommen und auch auf den stillen Rosé übertragen. Plötzlich wurde der Vinifikation dieses Weins mehr Aufmerksamkeit geschenkt und entsprechend bessere Qualitäten auf den Markt gebracht.

Diese Welle hat nun offensichtlich auch Frankreich erreicht, ein Land in dem Rosé traditionell schon immer getrunken wurde, er aber ein Alltagswein von oft schlechter Qualität war, im besten Fall ein passabler Wein, der dann Touristen aus dem Norden in der entsprechenden Ferienstimmung sehr gut schmeckte, zu Hause auf dem Balkon verlor die mitgebrachte Flasche dann aber viel von ihrem vorherigen Charme.

Inzwischen ist der Rosé für die Winzer aus Südfrankreich aber kein Wein mehr, der sozusagen als Abfallprodukt so nebenher hergestellt wird, sie nehmen das neue Modegetränk sehr viel ernster und es wird deutlich mehr Wert auf Qualität gelegt. Dies hat zur Folge, dass in einem gut gemachten Rosé die jeweiligen Vorzüge von Weiß- und Rotwein ideal miteinander vereint werden. Wird der Saft rechtzeitig abgezogen, so hat er noch die frische und pikante Säure eines Weißweins, handelt es sich um gute Trauben, besitzt er die rote Frucht des Rotweins und eine mehr oder weniger ausgeprägte Tiefgründigkeit.

Dazu kommt noch, dass der Rosé dadurch, dass er vornehmlich im Sommer bei höheren Temperaturen getrunken wird, etwas von der unkomplizierten Lebensfreude vermittelt, die bei dem Stimmungsgetränk Wein zum entspannten Genuss beiträgt.

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