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Renommierlagen beim Discounter

Newsletter 14 vom 27. Januar 2007

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Immer wieder tauchen in Supermärkten oder bei Discountern Weine aus mehr oder weniger renommierten Anbaugebieten auf, die mit dem Preis deutlich unter dem für einen solchen Wein sonst gewohnten liegen. Die bei diesen Anbietern üblichen Vorteile beim Einkauf können diesen hohen Unterschied kaum erklären. Woran es liegen kann möchte ich Ihnen an zwei Beispielen aus meinem Angebot darlegen.

Bei meinem letzten Einkauf bei der Domaine de Fontavin in Courthezon wollte ich auch den Chateauneuf-du-Pape 2002 dieses Gutes probieren, erhielt aber zur Antwort, dass es keinen gäbe. Zur Erklärung wurde mir gesagt, dass die Bedingungen in diesem Jahr vor allem bei der Ernte so schlecht waren, dass die Qualität der Trauben nicht dem hohen Anspruch von Madame Chouvet genügte (Besitzerin und studierte Önologin). Auf meine Frage, was mit dem Lesegut dieses Jahrgangs geschehen war, erhielt ich die Auskunft, dass es an einen Händler aus dem Burgund verkauft worden war, der selbst auch Wein abfüllt. Das bedeutet also, dass der Jahrgang 2002 der Domaine de Fontavin unter einem Phantasienamen in Deutschland oder Frankreich bei einem Discounter als Chateauneuf-du-Pape angeboten wird, denn es handelt sich ja zweifellos um Trauben aus diesem Gebiet, die auch vollkommen nach den Qualitätskriterien der Appellation produziert worden waren. Es versteht sich von selbst, dass dieser Wein zu einem weit günstigeren Preis angeboten werden kann.

Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der Domaine de Gravalous aus dem Cahors. Der Rekordsommer 2003 war dort so heiß, dass die geernteten Trauben nach der Entscheidung der Winzerfamilie Fabbro nicht zu einem Wein mit dem Qualitätsanspruch der AC Cahors reichten. Auch hier wurde das Lesegut an einen Händler verkauft und so gibt es konsequenterweise keinen AC Cahors 2003 der Domaine de Gravalous, aber sicherlich irgendwo einen billigen AC Cahors, der aus Trauben dieses Gutes gekeltert wurde.

Ein weiterer Grund dafür, dass ein Gut Trauben nicht selbst keltert, kann sein, dass ein neues Feld angepflanzt wurde. Der Zeitpunkt, ab wann aus diesen Trauben Wein produziert wird, wird vom Winzer festgelegt, denn in den ersten Jahren wachsen an diesen Stöcken natürlich Trauben, die aber noch von minderer Qualität sind. Große Güter aus dem Medoc lassen z. B. bis zu 8 Jahre vorübergehen, bis die Trauben neu eingepflanzter Stöcke für den Grand Vin mit verwendet werden. Auch in diesem Fall genügt der Wein von solchen jungen Rebstöcken allen Anforderungen der Lage und kann unter diesem Namen billig verkauft werden, genügt aber wohl kaum den Qualitätsanforderungen.

Für mich als Händler ist es ein höchst befriedigendes Gefühl, dass ich von zwei meiner Güter weiß, dass ihre Qualitätsanforderungen so hoch sind, dass sie es vorziehen lieber finanzielle Einbußen zu haben, als einen Wein anzubieten, der ihren Qualitätsansprüchen nicht genügt. Von den anderen Winzern meines Angebotes weiß ich es zwar nicht, gehe aber davon aus, dass die Mehrzahl auch so handeln würde.

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