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Südliche Rhone

Newsletter 1 vom 20. Januar 2001

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Es ist mein Bestreben, neben Informationen zu Weinen (auch zu den von mir vertriebenen) auch einiges über andere Bereiche zum Thema Wein zu sagen. Beginnen möchte ich mit einem kurzen Überblick über die Qualitätsstufen der Weine aus dem Rhonetal, wobei ich mich hier auf die südliche Rhone beschränken will.
Die Klassifizierung der Weine dieser Gegend beginnt mit den Bemühungen des Barons Le Roy de Boiseaumarié von Chateau Fortia in Chateauneuf du Pape, unter dessen Führung ein Regelwerk erarbeitet und 1923 erlassen wurde, das fortan die Qualität des Weines aus diesem Dorf garantieren sollte. Die darin festgehaltenen Vorschriften dienten bei der Einführung des heute noch gültigen Systems der Appellation d'Origine Controllé im Jahre 1935 als Vorbild.

Die erste Appellation im Tal der Rhone war also Chateauneuf du Pape.

Im Jahre 1937 wurde eine zweite eingeführt, die AOC Cotes du Rhone, deren Regelungen jedoch nicht ganz so streng waren, wie diejenigen von Chateauneuf.

Die Entwicklung brachte es dann mit sich, dass eine große Anzahl von Gemeinden Weine produzierte, die über dem Durchschnitt der anderen Dörfer der Appellation standen, was darin mündete, dass diese sich um eine eigene Appellation bemühten. Im Jahre 1953 waren diese Bemühungen von Erfolg gekrönt, das strengere Regelwerk der Appellation Cotes du Rhone Villages wurde gesetzlich anerkannt. Sehr schnell entwickelte sich eine qualitative Zweiteilung der damals 77 Gemeinden der AOC CdR Villages und einige Gemeinden erhielten als Zeichen ihrer höherstehenden Qualität das Recht, ihren Namen mit auf das Etikett zu schreiben.
Mit dieser Etablierung der Villages-Appellation war im Jahre 1953 das auch heute noch gültige Qualitätssystem der Rhoneweine festgelegt:

Als Basis die AOC Cotes du Rhone, darüber die AOC Cotes du Rhone Villages und als Spitze die AOC Chateauneuf du Pape. Da diese System jedoch dynamisch gesehen wird, gab es bis heute und gibt es sicherlich auch noch in der Zukunft einige Veränderungen.

Die wesentlichste Veränderung ist die, dass die Spitze breiter geworden ist, d.h. zu Chateauneuf gesellten sich noch einige andere Appellationen, die jetzt Crus genannt werden und die zumindest nominell auf gleicher Stufe mit Chateauneuf stehen. Diese Aufsteiger rekrutieren sich aus dem Bereich der Villages-Dörfer mit Gemeindenamen, und das erste Dorf das den Aufstieg schaffte war Gigondas. Etwa zeitgleich mit Chateauneuf hatten sich die Winzer dieses Dorfes um ein gemeinsames Regelwerk bemüht, doch diese Bemühungen wurden erst spät honoriert. Es wird in Gigondas davon gesprochen, dass daran der Baron Le Roy de Boiseaumarié aus Chateauneuf mit seinem großen Einfluss nicht ganz unbeteiligt war, der dadurch einen Konkurrenten von seinem renommierten Dorf auf Distanz hielt. Erst 1966 wird Gigondas in die Reihen der AOC Villages aufgenommen, aber schon 1971 schafften die Gemeinde den Sprung in die Klasse von Chateauneuf, es erhielt eine eigene Appellation und wurde damit ein Cru.
Unweit von Gigondas liegt Vacqueyras, ein Dorf, das auch beständig herausragende Qualität ablieferte. Diese Gemeinde war dann eine weitere, die den Sprung aus der Gruppe der Cotes du Rhone Villages in die höchste Klasse schaffte, nämlich 1990. Da sich die Winzer dieses Dorfes erst seit kurzem dieser neuen Klassifizierung erfreuen können, bieten sie im Augenblick wohl das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auch im Augenblick sind einige Gemeinden aus der Gruppe der AOC Villages laufend darum bemüht in die Gruppe der Crus aufzusteigen (Sablet, Rasteau, Cairanne). Man darf gespannt sein, welche Gemeinde dies als nächste schaffen wird.

Zusammengefasst noch einmal die Qualitätsstufen der südlichen Rhone:

  • Als Basis die AOC Cotes du Rhone,
  • darüber die AOC Cotes du Rhone Villages
    • ohne Gemeindenamen
    • mit Gemeindenamen (16 Gemeinden, darunter Sablet, Rasteau),
  • an der Spitze die Gruppe der Crus (5 Appellationen: Chateauneuf du Pape, Gigondas, Vacqueyras, Lirac, Tavel)

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