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    <title>Horber Wein Kontor: Newsletter</title>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter.html</link>
    <description></description>
    <language>de-de</language>
    <copyright>Georg Djuga</copyright>
    <pubDate>Wed, 07 Jan 2009 00:15:28 +0100</pubDate>


<item>
    <title>Eine Marktstudie zu Bioweinen</title>
    <description><![CDATA[

<p>Hier möchte ich einige interessante Punkte aus einer Studie von Wine Intelligence vorstellen, einem Institut mit Sitz in London, das sich auf Marktforschungsdienstleistungen für die Weinindustrie spezialisiert hat.</p>
<p>Untersucht wurde die Frage, in welchem Maße eine Bio-Zertifizierung den Einkauf von Wein beeinflusst. Dafür wurden in Interviews 1000 Personen befragt (repräsentativer Querschnitt für England), die sich als regelmäßige Weintrinker (mindestens ein Mal pro Woche) einstuften.</p>
<p>64% der Befragten kannten den Begriff Bio-Wein, was wohl als ein akzeptabler Wert angesehen werden kann. Relativiert wird dies aber durch die Tatsache, dass der Begriff Bio-Nahrung 88% der Befragten bekannt war. Konsumenten verbinden also mit dem Begriff „Bio“ in größerem Maße Nahrung allgemein, als speziell Wein. In noch größerem Maße wirkte sich dies auch auf die jeweiligen Kaufentscheidungen aus, denn 68% der Befragten hatten in den letzten 3 Wochen ein Bio-Nahrungsmittel gekauft, und nur 11% einen Bio-Wein.</p>
<p>Wenn man dies positiv interpretieren will (wozu ich selbst neige), dann lese ich daraus, dass im Bewusstsein der Verbraucher Wein an sich ein natürlich hergestelltes Produkt ist.</p>
<p>Auf die Frage, warum die jeweiligen Personen Bio-Nahrung/Bio-Wein gekauft hatten, antworteten bei Bio-Nahrung 30%, weil es besser schmeckt, bei Bio-Wein jedoch nur 18%, was wohl auf ein leichteres Problem im Geschmacksbereich in der Kundenwahrnehmung deutet.</p>
<p>Auf die direkte Frage, warum sie jeweils Bio-Nahrung bzw. Bio-Wein kauften antworteten die Befragten wie folgt:</p>
<table>
<tr><td>Weil Pestizide und Düngemittel schlecht für die Umwelt sind:</td><td>38%</td><td>55%</td></tr>
<tr><td>Weil dadurch kleinere Produzenten unterstützt werden:</td><td>32%</td><td>44%</td></tr>
<tr><td>Weil es mir ein gutes Gefühl gibt:</td><td>28%</td><td>38%</td></tr>
</table>
<p>Aus diesen Antworten kann man deutlich lesen, dass die Entscheidung, Bio-Wein zu kaufen (so sie denn fällt), deutlich von einer gewissen Verantwortung gegenüber unserer Umwelt beeinflusst wird.</p>
<p>In meinem Angebot kann ich Ihnen weiterhin als zertifizierten Bio-Winzer die Domaine „Grand Jacquet“ anbieten. Von der Domaine de Fontavin erhielt ich vor einigen Tagen die Nachricht, dass sie, nachdem schon seit einiger Zeit bestimmte Parzellen nach Bio-Richtlinien bearbeitet werden, jetzt der gesamte Betrieb darauf umgestellt wird. Diese Domaine befindet sich jetzt also in der so genannten Konversionsphase, und erhält das Bio-Zertifikat nach Ablauf dieser Umstellungszeit.</p>

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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv18.html</link>
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    <pubDate>Tue, 06 Jan 2009 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Rosé im Kommen</title>
    <description><![CDATA[

<p>Vor kurzem war ich in Südfrankreich um Wein zu holen und konnte eine Beobachtung machen, die für mich sehr interessant war. Im Vergleich zu früher standen auf den Tischen der abendlichen Menüs in den Restaurants deutlich mehr Rosés als früher. Natürlich wurde vor allem in der Provence schon immer mehr Rosé getrunken als in anderen Teilen dieser Welt, doch vor allem abends im Restaurant dominierte doch der Rotwein. Dies hat sich inzwischen deutlich wahrnehmbar geändert. Durch einen längeren Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22. August wurde dies bestätigt, jeder fünfte Wein der in Frankreich inzwischen verkauft wird ist demnach ein Rosé, in dem Artikel wird er als ein „Gaumenschmeichler mit Potential“ bezeichnet.</p>
<p>Erklärt wird dieser Aufstieg des Rosés damit, dass der Rosé-Champagner in der besseren New Yorker Gesellschaft aus welchen Gründen auch immer als schick entdeckt wurde und daraufhin führende Champagnerhäuser entsprechend qualitätsvolle Abfüllungen auf den Markt brachten. Champagner-Rosé wurde so zum vornehmsten Party-Getränk. Von Winzern in der Neuen Welt wurde dies aufgenommen und auch auf den stillen Rosé übertragen. Plötzlich wurde der Vinifikation dieses Weins mehr Aufmerksamkeit geschenkt und entsprechend bessere Qualitäten auf den Markt gebracht.</p>
<p>Diese Welle hat nun offensichtlich auch Frankreich erreicht, ein Land in dem Rosé traditionell schon immer getrunken wurde, er aber ein Alltagswein von oft schlechter Qualität war, im besten Fall ein passabler Wein, der dann Touristen aus dem Norden in der entsprechenden Ferienstimmung sehr gut schmeckte, zu Hause auf dem Balkon verlor die mitgebrachte Flasche dann aber viel von ihrem vorherigen Charme.</p>
<p>Inzwischen ist der Rosé für die Winzer aus Südfrankreich aber kein Wein mehr, der sozusagen als Abfallprodukt so nebenher hergestellt wird, sie nehmen das neue Modegetränk sehr viel ernster und es wird deutlich mehr Wert auf Qualität gelegt. Dies hat zur Folge, dass in einem gut gemachten Rosé die jeweiligen Vorzüge von Weiß- und Rotwein ideal miteinander vereint werden. Wird der Saft rechtzeitig abgezogen, so hat er noch die frische und pikante Säure eines Weißweins, handelt es sich um gute Trauben, besitzt er die rote Frucht des Rotweins und eine mehr oder weniger ausgeprägte Tiefgründigkeit.</p>
<p>Dazu kommt noch, dass der Rosé dadurch, dass er vornehmlich im Sommer bei höheren Temperaturen getrunken wird, etwas von der unkomplizierten Lebensfreude vermittelt, die bei dem Stimmungsgetränk Wein zum entspannten Genuss beiträgt.</p>


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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv17.html</link>
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    <pubDate>Sun, 05 Oct 2008 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Weinbewertung</title>
    <description><![CDATA[

<p>Heute möchte ich mich mit einem Thema befassen, das für alle die interessant ist, die sich mehr oder weniger intensiv mit Weinbewertungen befassen und sich vielleicht auch beim Kauf von Wein daran orientieren.</p>

<p>Will man einen Wein bewerten, so kann man das natürlich zuerst einmal so tun, wie man viele Dinge des Alltagslebens auch bewertet: Man beschreibt den Wein mit Worten. Man bezieht sich dabei auf die mit Augen, Nase und Gaumen erfahrenen Sinneseindrücke, beschreibt diese mit Worten und separiert sie gewöhnlich nach den folgenden Kriterien:</p>
<ul>
  <li>optische Beurteilung</li>
  <li>geruchliche Beurteilung</li>
  <li>geschmackliche Beurteilung</li>
  <li>Beurteilung regionaler und/oder sortenspezifischer Typizität</li>
  <li>Beurteilung des Zusammenspiels aller im Wein wahrzunehmenden Komponenten</li>
  <li>Gesamteindruck / aktueller Trinkzustand / Entwicklungspotential</li>
  <li>Beurteilung des Qualitäts-Preis-Verhältnisses.</li>
</ul>

<p>Diese Art der Beurteilung kann auch wirklich brauchbare Informationen liefern. Allerdings kann sie - wenn sie ernsthaft und gründlich erfolgt ist - relativ umfangreich geraten und durch den Gebrauch von Insider-Vokabeln und Fachausdrücken für den Nichtfachmann nicht immer verständlich sein.<br />
Darüber hinaus finden sich in diesen Beschreibungen der Weinexperten oft blumig umschreibende und lautmalerisch beschreibende Bewertungen, die in ihrer Prosa sicher bemerkenswert sind, letztendlich aber in ihrer manchmal überspannten Art ihrem eigentlichen Zweck, der Information nicht immer dienen. Vielleicht findet man wegen dieser Beschreibungs-Problematik immer häufiger ganz lapidar eine Bewertung nach Punkten - meist im 20er oder 100er System - und sonst weiter nichts.<br />
Diese Bewertungen erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit, denn nichts lässt sich schneller publizieren und mitteilen, als eine Zahl und nichts ist auf der ganzen Welt besser verständlich. Da Wein jedoch sensorisch einfach zu komplex und natürlich auch zu abhängig vom persönlichen Eindruck des Degustators ist, als dass eine nackte Zahl für einen anderen eine wirklich erschöpfende Aussage über die Güte machen könnte, ist diese Art Wein zu bewerten nicht unproblematisch. Darüber hinaus muss festgehalten werden, dass das jeweilige Punkteschema vom Beurteilungssystem so aufgebaut ist, dass zur wirklichen Unterscheidung nur jeweils die obere Hälfte der Gesamtpunkte herangezogen wird. Im Klartext heißt dies, dass ein Wein mit 11/12 oder 60 Punkten - je nach Bewertungsskala - ein grauenhafter Wein ist.</p>

<p>Zur Frage des persönlichen Eindrucks noch einige Anmerkungen. Im Januar 2008 führten Wissenschaftler am California Institute of Technology eine <a href="http://mr.caltech.edu/media/Press_Releases/PR13091.html" title="Wine Study Shows Price Influences Perception (Pressemitteilung zur Studie)">Versuchsreihe zur Wertschätzung eines Weines in Abhängigkeit vom Preis durch</a>. Die Teilnehmer des Versuchs erfuhren über den Wein den sie bewerten sollten einzig und allein den angeblichen Preis, der jedoch in den meisten Fällen nicht mit dem tatsächlichen übereinstimmte. Fast immer bewerteten die Teilnehmer den Wein als den besseren, der auch als teurer angegeben war. Der Wein, der in Wahrheit fünf Dollar kostete, erhielt eine viel höhere Bewertung, als er mit 45 Dollar etikettiert wurde. Umgekehrt wurde ein Wein, der tatsächlich 90 Dollar kostete, als mäßig eingestuft, nachdem er als 10-Dollar-Wein angekündigt wurde.</p>

<p>Ein weiteres erhellendes Ereignis ist von der letzten Blindprobe der Weine des Jahrgangs 2005 aller klassifizierten Grand Cru Güter des Medoc zu berichten, durchgeführt von einem über alle Zweifel erhabenen Team im Auftrag der Zeitschrift „Decanter“, auch dies eine der angesehensten Weinzeitschriften der Welt. Nach der Verkostung blieben drei Weine übrig, die mit Abstand die höchsten Bewertungen erhalten hatten, alle drei aus Pauillac. Zwei davon gehören zur Creme der Güter, Mouton Rothschild (Premier Grand Cru) und Pichon Baron (Deuxi&egrave;me Grand Cru). Der dritte war eine Sensation, die bei der Veröffentlichung große Aufregung und ein Raunen im Saal verursachte, <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-pedesclaux.html">Pedesclaux</a> (Cinqui&egrave;me Grand Cru).<br />
In Fachkreisen wird das Ergebnis dieser Probe in den entsprechenden Blogs im Internet sehr lebhaft und kontrovers diskutiert, erhellend ist der Beitrag eines Mitglieds des Verkostungsteams. Er schrieb, dass seine erste Reaktion nach Veröffentlichung des Pedesclaux große Verärgerung darüber war, diesen nicht allzu angesehenen Wein so hoch bewertet zu haben. Er räumt freimütig ein: „Ich glaube, wenn ich gewusst hätte, welcher Wein Pedesclaux war, hätte ich ihn nicht so hoch bewertet.“</p>



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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv16.html</link>
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    <pubDate>Tue, 25 Mar 2008 00:00:00 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>Crus Bourgeois und Crus Artisans</title>
    <description><![CDATA[

<p>In der Bordeaux-Welt bewegt sich in dieser Zeit auf dem Felde der Klassifizierungen einiges. Unberührt davon bleibt nur die eherne Klassifikation von 1855, die Etablierung der Grand Crus Classés mit ihren fünf Stufen.</p>

<p>Im Bereich der Crus Bourgeois ist das Durcheinander nach dem letzten Urteil zur Neuordnung dieser Gewächse kaum mehr zu überbieten, jetzt droht sogar ein Verschwinden dieser Klassifikation, zumindest von den Etiketten. Diese Befürchtung wird damit begründet, dass nach dem letzten Urteil die Klassifikation der Crus Bourgeois nicht mehr existent ist, und deshalb diese Bezeichnung auch auf den Etiketten der nächsten Jahrgänge nicht mehr erscheinen dürfe. Es kann jedoch wohl davon ausgegangen werden, dass sich für diese Problematik eine Lösung finden wird.</p>

<p>Fast unbemerkt hat sich daneben im letzten Jahr eine Wiederbelebung einer sehr alten Klassifizierung vollzogen, die Etablierung der Crus Artisans. Dabei gibt es diese Bezeichnung als Qualitätsmerkmal seit über 150 Jahren. In einer Ausgabe des Werks „Bordeaux et ses vins“ (Cocks et Féret) aus dieser Zeit wird er schon 1889 genannt. Im Jahre 1998 begannen einige Winzer mit Bemühungen ihn wieder zu beleben und 2002 wurden amtlicherseits die Modalitäten für eine Klassifizierung der Crus Artisans festgelegt. Über 300 Güter hatten das Recht dazu diesen Titel zu beanspruchen, 44 wurden nach einer strengen Überprüfung in die endgültige Klassifizierung aufgenommen, die am 11. Januar 2006 im Amtsblatt veröffentlicht wurde.</p>

<p>Das Selbstverständnis dieser Winzer beinhaltet eine Definition, die kurz so beschrieben werden kann: Bei einem Cru Artisan-Gut handelt es sich um ein Medoc-Weingut in Familienbesitz mit geringer Größe (meist zwischen 1 und 5 Hektar), auf dem der Winzer alles selbst macht. Qualitativ künnen es viele Cru Artisans mit Gütern der Klassifizierung Crus Bourgeois aufnehmen, sie hatten ja bei der Einteilung dieser Güter im Jahr 1932 nie eine Chance dort aufgenommen zu werden, weil die Mindestgrüße für ein Cru Bourgeois-Gut 7 Hektar beträgt.</p>

<p>Seit letzter Woche kann ich einen sehr guten Vertreter dieser neuen Klassifizierung anbieten, das <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-chateau-gobinaud-ac-listrac-medoc.html">Chateau Gobinaud aus Listrac-Medoc</a>. Eine Degustationsnotiz zu dem Gut kann <a href="http://www.degustation.de/bordeaux2004/index-degu.htm?anlass=68&subreg=10">hier gefunden werden</a>.</p>

<p>Eine weitere Degustationsnotiz zu einem Wein aus meinem Angebot, dem <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-chateau-peynaud-ac-bordeaux-superieur.html">AC Bordeaux Superieur des Chateau Peynaud</a> finden sie <a href="http://www.degustation.de/bordeaux2005/index-degu.htm?anlass=78&subreg=3">hier</a>.</p>

<p>Zu meinem Grand Cru Classé, dem <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-chateau-pedesclaux-grand-cru-classe-2004.html">Chateau Pedesclaux</a> sind kaum Degustationsnotizen zu finden. Hier wirkt sich die Geringschätzung dieses Gutes aus den Jahren vor der Jahrtausendwende negativ aus, der Wein wird von professionellen Verkostern immer noch kaum beachtet, obwohl seit dem Besitzerwechsel im Jahr 2000 ein sprunghafter Qualitätszuwachs zu verzeichnen ist. Nur im Magazin „essen und trinken“ ist er in verschiedenen Jahrgängen des neuen Jahrtausends schon sehr lobend erwähnt worden. Eine Degustationsnotiz fand ich bei <a href="http://www.telecran.lu/index.php?load=Artikel&id=258&nav=Dossiers&nav1=Verkostungsnotizen:%20Bordeaux-Jahrgang%202004%20(komplett)">Télécran</a></p>


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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv15.html</link>
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    <pubDate>Fri, 10 Aug 2007 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Renommierlagen beim Discounter</title>
    <description><![CDATA[

<p>Immer wieder tauchen in Supermärkten oder bei Discountern Weine aus mehr oder weniger renommierten Anbaugebieten auf, die mit dem Preis deutlich unter dem für einen solchen Wein sonst gewohnten liegen. Die bei diesen Anbietern üblichen Vorteile beim Einkauf können diesen hohen Unterschied kaum erklären. Woran es liegen kann möchte ich Ihnen an zwei Beispielen aus meinem Angebot darlegen.</p>

<p>Bei meinem letzten Einkauf bei der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-fontavin.html">Domaine de Fontavin</a> in Courthezon wollte ich auch den <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-de-fontavin-ac-chateauneuf-du-pape.html">Chateauneuf-du-Pape</a> 2002 dieses Gutes probieren, erhielt aber zur Antwort, dass es keinen gäbe. Zur Erklärung wurde mir gesagt, dass die Bedingungen in diesem Jahr vor allem bei der Ernte so schlecht waren, dass die Qualität der Trauben nicht dem hohen Anspruch von Madame Chouvet genügte (Besitzerin und studierte Önologin). Auf meine Frage, was mit dem Lesegut dieses Jahrgangs geschehen war, erhielt ich die Auskunft, dass es an einen Händler aus dem Burgund verkauft worden war, der selbst auch Wein abfüllt. Das bedeutet also, dass der Jahrgang 2002 der Domaine de Fontavin unter einem Phantasienamen in Deutschland oder Frankreich bei einem Discounter als Chateauneuf-du-Pape angeboten wird, denn es handelt sich ja zweifellos um Trauben aus diesem Gebiet, die auch vollkommen nach den Qualitätskriterien der Appellation produziert worden waren. Es versteht sich von selbst, dass dieser Wein zu einem weit günstigeren Preis angeboten werden kann.</p>

<p>Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-gravalous.html">Domaine de Gravalous</a> aus dem Cahors. Der  Rekordsommer 2003 war dort so heiß, dass die geernteten Trauben nach der Entscheidung der Winzerfamilie Fabbro nicht zu einem Wein mit dem Qualitätsanspruch der <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-des-gravalous-cuvee-traditionelle.html">AC Cahors</a> reichten. Auch hier wurde das Lesegut an einen Händler verkauft und so gibt es konsequenterweise keinen AC Cahors 2003 der Domaine de Gravalous, aber sicherlich irgendwo einen billigen AC Cahors, der aus Trauben dieses Gutes gekeltert wurde.</p>

<p>Ein weiterer Grund dafür, dass ein Gut Trauben nicht selbst keltert, kann sein, dass ein neues Feld angepflanzt wurde. Der Zeitpunkt, ab wann aus diesen Trauben Wein produziert wird, wird vom Winzer festgelegt, denn in den ersten Jahren wachsen an diesen Stöcken natürlich Trauben, die aber noch von minderer Qualität sind. Große Güter aus dem Medoc lassen z. B. bis zu 8 Jahre vorübergehen, bis die Trauben neu eingepflanzter Stöcke für den Grand Vin mit verwendet werden. Auch in diesem Fall genügt der Wein von solchen jungen Rebstöcken allen Anforderungen der Lage und kann unter diesem Namen billig verkauft werden, genügt aber wohl kaum den Qualitätsanforderungen.</p>

<p>Für mich als Händler ist es ein höchst befriedigendes Gefühl, dass ich von zwei meiner Güter weiß, dass ihre Qualitätsanforderungen so hoch sind, dass sie es vorziehen lieber finanzielle Einbußen zu haben, als einen Wein anzubieten, der ihren Qualitätsansprüchen nicht genügt. Von den anderen Winzern meines Angebotes weiß ich es zwar nicht, gehe aber davon aus, dass die Mehrzahl auch so handeln würde.</p>

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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv14.html</link>
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    <pubDate>Sat, 27 Jan 2007 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Ökologischer Weinbau</title>
    <description><![CDATA[

<p>Bio- oder Ökoweine machen zwar immer noch einen geringen Teil der Gesamtproduktion an Weinen aus, insgesamt jedoch nimmt die Zahl der Winzer, die auf diese Art Wein herstellen, immer mehr zu.<br />
Der Begriff „ökologisches Erzeugnis“ und die entsprechende Kontrolle ist seit 1991 in der EU-Verordnung 2092/91 festgelegt. Hier werden die Einzelheiten dieser Wirtschaftsweise  beschrieben, die Anbaumethoden, die Verarbeitung und die Kontrolle der Betriebe. Diese findet einmal jährlich statt und wird durchgeführt von unabhängigen, staatlich zugelassenen Kontrollinstitutionen.<br />
Ökologischer Weinbau ist eine Wirtschaftsweise, die auf dem natürlichen Stoffkreislauf und seinen im Biotop Weinberg auftretenden Wechselbeziehungen beruht. An keiner Stelle dieses Kreislaufs sollen künstliche Stoffe zugeführt werden, d. h. die Bewirtschaftung erfolgt ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Unkrautbekämpfung und ohne Zugabe von Mineraldünger. Hier werden nur organische Abfälle verwendet.<br />
Zur Insektenabwehr werden zum Beispiel Brennnesseltee oder Algenextrakte genommen, alle Maßnahmen sollen auch dazu führen, dass die natürliche Widerstandskraft der Pflanze gestärkt wird und tierische Nützlinge begünstigt werden.</p>

<p>Ökologischer Weinbau beschränkt sich jedoch nicht nur auf den direkten Weinbau, sondern umfasst auch alle vor- und nachgelagerten Produktprozesse. Beispielhaft können hier Maßnahmen zur Haltbarmachung des Weines genannt werden wozu in jedem Fall Schwefel gebraucht wird. Bio-Winzer verwenden jedoch deutlich weniger davon. Der Gebrauch von Sorbin und Ascorbinsäure ist verboten.</p>

<p>In Laboruntersuchungen können oft keine signifikanten Unterschiede im Schadstoffgehalt zwischen herkömmlich produzierten Weinen und Bioweinen festgestellt werden. Als Pluspunkt für den ökologischen Landbau bleibt aber auch dann auf jeden Fall, dass die Umweltbelastung des Weinbaugebietes verringert wird. Der Boden bleibt schadstofffrei und die Pflanzen werden widerstandskräftiger.</p>

<p>In den Anfangsjahren des ökologischen Weinbaus war den so hergestellten Weinen oft noch ihre Herkunft anzumerken, die Qualität war nicht auf dem höchsten Stand. Nach jahrelangen Erfahrungen gibt es hier inzwischen jedoch kaum mehr Unterschiede.</p>

<p>Ökologisch produzierende Winzer in meinem Angebot sind</p>
<ul>
 <li>die Domaine Grand Jacquet aus dem AC Ventoux, kontrolliert von ULASE. Weine im Angebot:
  <ul>
    <li><a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-grand-jacquet-lamelier.html">L'Amelier</a></li>
    <li><a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-grand-jacquet-le-rabassier.html">Le Rabassier</a></li>
    <li><a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-grand-jacquet-lolivier.html">L'Olivier</a></li>
  </ul>
 </li>
 <li>die <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-bussiere.html">Domaine Bussi&egrave;re aus dem Burgund</a>, kontrolliert von Ecocert.</li>
</ul>

]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv13.html</link>
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    <pubDate>Sun, 13 Aug 2006 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Geplante und vollzogene Änderungen im Appellationssystem Frankreichs</title>
    <description><![CDATA[

<p>In diesem Newsletter möchte ich Ihnen einige interessante neue Informationen über vollzogene und geplante Änderungen in den Klassifikationen der Weinwelt Frankreichs mitteilen.</p>

<p>Es ist unbestritten, dass die Etablierung der Appellations d'Origine (AOC) als Klassifizierung der Weine Frankreichs durch die damit einhergehenden Qualitätsanforderungen ein Gewinn sowohl für die Qualität dieser Weine als auch eine Hilfe für die Verbraucher war. Genauso unbestritten ist aber auch, dass eine Einordnung als AOC-Wein heute nicht mehr in jedem Fall ein Garant für diese angestrebte Qualität ist. In Frankreich wird in informierten Kreisen davon gesprochen, dass gegenwärtig etwa 20% der aktuellen AOC-Weine nicht einmal dem einfachen AOC-Standard entsprechen.<p>
<p>Im „Institut National des Appellations d'Origine“ wurde deshalb eine Reform angedacht. Sie sieht vor, die AOC-Bestimmungen einerseits flexibler zu gestalten, was nicht unbedingt eine Qualitätssteigerung zwingend nach sich ziehen würde. Andererseits sieht die Reform jedoch auch vor, eine neue, mit strengeren Vorgaben ausgestattete Kategorie „AOC-d'Excellence“ zu schaffen. Diese Zweiteilung der AOC-Weine hätte als Konsequenz sicherlich, dass die Weine der AOC d'Excellence im Ansehen steigen würden. Es ist aber auch anzunehmen, dass die dann einfachen AOC-Weine einerseits einen klaren Statusverlust erleiden würden und andererseits wären Auswirkungen auf das Ansehen der Weine mit der Klassifikation „Vin de Pays“ wohl unvermeidlich, die Grenzen zwischen den beiden letzten Einteilungen würden wohl fließend werden.</p>
<p>Wie in Frankreich nicht anders zu erwarten, stieß dieser Plan auf erhebliche Widerstände (darunter auch die Anbaugebiete Bordeaux und Burgund), und inzwischen liegt ein Alternativplan auf dem Tisch. Eine neue Vereinigung mit Namen „S&egrave;ve, les amis de Joseph Capus“ hat sich der Rettung des von Senator Joseph Capus „erfundenen“ AOC-Systems  verschrieben. Dieser Vorschlag sieht vor, das AOC-System mit Hilfe einer strikteren Qualitätsorientierung (Mengenbegrenzungen, Pflanzdichten, erlaubte Technologien und chemische Hilfsmittel) wieder auf mehr Qualität auszurichten. Meiner Meinung nach ist dieser Vorstoß sicherlich löblich, geht aber nicht an die Wurzel allen Übels, nämlich der Art, wie die Weine in der Regel zu ihrer Einstufung als AOC-Weine kommen. überprüft werden sie nämlich von den Winzern der jeweiligen Region und hier liegt es vorrangig im Interesse jeden Winzers, dass seine eigenen Weine gut beurteilt werden. Sollte sich einer im Kreise seiner Kollegen als zu kritisch erweisen, so riskiert er aber negative Auswirkungen auf seine Weine. Es bleibt zu hoffen, dass sich schlussendlich eine Reform durchsetzt, die positive Auswirkungen auf die Weine Frankreichs hat.</p>

<p>Die zweite Neuigkeit betrifft die Qualitätspyramide der Weine der südlichen Rhone. Die beiden höchsten Einstufungen umfassten hier bisher die fünf sogenannten „Crus“ an der Spitze (Chateauneuf du Pape, Gigondas, Vacqueyras, Lirac und Tavel) und darunter die sechzehn Villages-Appellationen, die das Recht hatten ihre Weine mit dem Namen des Anbaugebiets und dem Zusatz Cotes du Rhone Villages auf den Markt zu bringen.</p>
<p>Es wurde schon seit Jahren davon gesprochen, dass einige Dörfer aus dem Kreis der Villages  auf dem Sprung in die elitäre Klasse der „Crus“ wären, und als aussichtsreichste Kandidaten galten hier Cairanne, Sablet und Rasteau. Geschafft haben es jetzt aber zur nicht gelinden Überraschung zwei ganz andere Dörfer, nämlich Vinsobres und Beaumes-de-Venise. Die Erzeuger dieser Anbaugebiete müssen jetzt strengere Ertragsbegrenzungen und eine Beschränkung ihrer Gebiete hinnehmen.</p>
<p>Dieser Aufstieg der zwei Dörfer an die Spitze der Appellation war jedoch nicht die einzige Veränderung an der südlichen Rhone. Die Zahl der Villages-Anbaugebiete wurde um einige Neuankömmlinge erweitert, wobei jeweils mehrere Dörfer unter einem Namen zusammengefasst wurden. Neu auf der zweithöchsten der vier Stufen der südlichen Rhone sind Massif d'Uchaux, Plan de Dieu, Puymeras und Signargues.</p>
<p>Damit erhöht sich die Zahl der Villages-Appellationen auf 18 (die vier neuen und Cairanne, Rasteau, Sablet, Roaix, Rochegude, St. Pantaléon les Vignes, Rousset les Vignes, Séguret, Valréas, St.-Maurice, Visan, Chusclan, St.-Gervais und Laudun), die Anzahl der Crus steigt auf sieben. Auffällig ist, dass drei der vier neuen Villages-Anbaugebiete auf dem linken Rhoneufer liegen, was bedeutet, dass sich dort insgesamt 14 befinden und nur vier auf dem rechten Ufer. Auch bei den Crus dominiert mit fünf das linke Ufer.</p>

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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv12.html</link>
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    <pubDate>Sat, 15 Apr 2006 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Das „Terroir“</title>
    <description><![CDATA[
<p>In diesem Newsletter möchte ich näher auf einen Begriff eingehen, der in der Weinwelt im allgemeinen und ganz besonders in der französischen eine große Rolle spielt, den Gedanken des „Terroir“.</p>
<p>Hinter diesem Begriff steht der Kerngedanke des klassischen französischen Weinbaus, der Grundlage dafür ist, wie die französischen Weine nach ihrer Qualität eingeteilt werden.</p>
<p>Es ist kaum möglich, dieses in Frankreich gleichsam mit einem mystischem Nimbus verbundene Wort genau in die deutsche Sprache zu übersetzen. Im Grunde wird darunter das komplexe Zusammenspiel der Faktoren</p>
<ul>
<li>Klima<br />Temperatur und Niederschlag, Sonnenenergie und -einstrahlung</li>
<li>Gestein und Boden<br />Bodenrelief, physikalische und chemische Zusammensetzung des Bodens, Bodenfeuchtigkeit</li>
</ul>
<p>verstanden, die den Charakter eines Weins und nach französischem Verständnis zu einem großen Teil damit auch seinen Geschmack bestimmen.</p>
<p>Vereinfacht gesagt sind es drei Faktoren, durch die die Qualität eines Weines beeinflusst wird: Boden, Klima und Rebsorte. Das Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt den Charakter des Weins.</p>
<p>Jede Art von Boden ist ein Gemisch aus Mineralien und organischen Stoffen, aus dem Geschmacksanteile durch die Wurzeln und das in ihnen transportierte Wasser in die Rebe gelangen. Von entscheidender Bedeutung ist die Wasserdurchlässigkeit des Bodens. Fließt es an dem jeweiligen Standort gut ab, ist die Rebe gezwungen, ihre Wurzeln tief ins Erdreich vordringen zu lassen, um noch an die nötige Nahrung zu kommen und so gelangt die Pflanze an die so wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente.</p>
<p>Im Burgund befinden sich die Grand-Cru-Lagen fast ausschließlich an den steilsten Lagen der Hänge, darunter die Premier-Crus und im flachen Tal die Gemeindelagen. Die Steilheit der Lage beeinflusst den Wasserabzug und auch den Sonneneinfallwinkel  positiv. Im Bordelais stehen die klassifizierten Gewächse auf meterdicken Geröllansammlungen, die einen guten Wasserabzug garantieren.</p>
<p>Beim Klima unterscheidet man das Makro-, Meso- und Mikroklima. Das Makroklima ist das Klima eines recht großen Gebietes und sagt über das „Terroir“ noch nicht viel aus. Nützlicher ist es da schon das Mesoklima zu betrachten, das sich auf ein kleineres Gebiet, d. h. die Lagen rund um ein Dorf mit sonst gleichbleibenden Merkmalen bezieht. Ein Beispiel dafür, auch für das Zusammenspiel von Klima und Boden ist Chateauneuf-du-Pape. Der dortige Boden ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von rundgeschliffenen mittelgroßen Steinen, den so genannten „Galets“. Sie befähigen den Boden dazu, die am Tage auftretende Hitze zu speichern und sie auch in den schon kühlen Nächten des Spätsommers und des Herbstes an die Reben abzugeben. Dies ergibt im Zusammenspiel mit den dort erlaubten Rebsorten (vor allem Grenache und Syrah, zwei wärmeliebende Sorten) den für dieses Terroir typischen Wein. Die in Frankreich in den jeweiligen Appellationen vorgeschriebenen Rebsorten sind im übrigen so gut wie nie zufällig sondern erwiesen sich durch die Jahrhunderte als die an den jeweiligen Boden und das Mesoklima am besten angepassten Sorten.</p>
<p>Das Mikroklima umfasst in der Regel eine Parzelle, seltener werden damit die winzigen Klimaunterschiede innerhalb einer einzigen Pflanze bezeichnet.</p>
<p>Während eines Aufenthaltes im Burgund konnte ich dieses Mikroklima an einem Hang deutlich beobachten. Ab 18.00 Uhr lag ein Teil des Hanges für den Rest des Abends im Schatten eines gegenüberliegenden Hanges, der Rest der Parzelle wurde bis kurz vor Sonnenuntergang noch beschienen. Die Grenze zwischen einer nicht klassifizierten Lage und einem Premier-Cru verlief genau entlang dieser Schattengrenze.</p>
<p>Auch der Wind ist Bestandteil des Meso- und Mikroklimas und beeinflusst die Wachstums- und Reifebedingungen. Er kann z. B. in der richtigen Dosierung zur beständigen Trocknung der Pflanze führen, was die Reben weniger anfällig für Krankheiten macht.</p>
<p>Im französischen Weinrecht spiegelt sich diese Auffassung von der Bedeutung des „Terroirs“ für die Qualität des Weins.  Weine, die eine gewisse Typizität zeigen, die durch diese am jeweiligen Standort verursacht wurde, sind in einer Appellation zusammengefasst. Je kleiner das Gebiet ist, das durch den Namen der Appellation ausgedrückt wird, desto hochwertiger ist der Wein. Ein Cotes du Rhone kann aus einem flächenmäßig recht großen „Terroir“ kommen, wo die Gemeinsamkeiten in Boden und Makroklima zwar vorhanden sind, die Unterschiede in Boden und Meso-, Mikroklima jedoch noch recht groß sein können. Ein Cotes du Rhone „Sablet“ kommt aus einem recht kleinem „Terroir“, wo weitgehend einheitliche Bedingungen herrschen. Eine Grand-Cru-Lage im Burgund oder ein klassifiziertes Chateau im Bordelais umfasst ein viel kleineres Gebiet mit weitgehend einheitlichen und herausragenden Bedingungen hinsichtlich des „Terroirs“ auf dem die Reben wachsen.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv11.html</link>
    <guid>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv11.html</guid>
    <pubDate>Tue, 01 Nov 2005 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Der Preis eines Weines II</title>
    <description><![CDATA[
<p>Ich möchte in diesem Newsletter die in meinem <a href="http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv9.html">letzten - schon etwas weiter zurückliegenden - Newsletter</a> begonnenen Gedanken/Informationen über die Entstehung von Weinpreisen fortsetzen. Hierzu fand ich im <em>„Neuen Weinatlas“</em> von Hugh Johnson (Ausgabe 1994) eine interessante Zusammenstellung, die ich gerne an Sie weitergebe.</p>

<h3>Kosten, die bei der Produktion von Wein entstehen:</h3>
<table summary="Kosten, die bei der Produktion von Wein entstehen">
<thead>
 <tr>
  <th>&#160;</th>
  <th>Große Weine<br /><em>ca 27 hl/ha</em></th>
  <th>gute Weine<br /><em>ca 45 hl/ha</em></th>
  <th>einfache Weine<br /><em>ca 63 hl/ha</em></th>
 </tr>
</thead>
<tbody>
 <tr>
  <td>Weinbaukosten</td>
  <td>440 &euro;</td>
  <td>170 &euro;</td>
  <td>70 &euro;</td>
 </tr>
 <tr>
  <td>Lagerungskosten</td>
  <td>70 &euro;</td>
  <td>45 &euro;</td>
  <td>2 &euro;</td>
 </tr>
 <tr>
  <td>Mengeneinbuße</td>
  <td>85 &euro;</td>
  <td>34 &euro;</td>
  <td>5 &euro;</td>
 </tr>
 <tr>
  <td>Lohnkosten</td>
  <td>25 &euro;</td>
  <td>25 &euro;</td>
  <td>1 &euro;</td>
 </tr>
 <tr>
  <td>Kosten pro hl</td>
  <td>620 &euro;</td>
  <td>274 &euro;</td>
  <td>78 &euro;</td>
 </tr>
</tbody>
</table>

<p>Diese Zahlen können natürlich nicht absolut gesehen werden, sie werden von Hersteller zu Hersteller variieren, sie zeigen aber ganz deutlich die Tendenz, in die sich die Preise der einzelnen Weine je nach Aufwand, der bei der Produktion betrieben wird, entwickeln können.</p>

<p>Nicht immer ist der Preis ein Indikator für die Qualität des Weines, doch in den meisten Fällen sagt er schon etwas darüber aus. Was Sie für einen bestimmten Preis erwarten können sagt die folgende Zusammenstellung aus:</p>

<h3>Weine bis 3 &euro;</h3>
<p>Die Lage des Weinbergs und das Alter der Reben tragen in keiner Weise zur Qualität des Weines bei. Die Ertragskraft des Weinstocks wird voll ausgeschöpft, es werden keinerlei qualitätssteigernde Maßnahmen durchgeführt.</p>

<h3>Weine um 5 &euro;</h3>
<p>Erste Ertragsbeschränkungen werden in die Wege geleitet, wodurch die Qualität sich bessert. Bei der Auswahl des Lesegutes wird in einem groben Verfahren auf Reife geachtet. Es sind in der Regel keine groben störenden Geschmackseindrücke mehr vorhanden.</p>

<h3>Weine von 6 - 8 &euro;</h3>
<p>Die Ertragsbeschränkungen fallen schon ins Gewicht. Es erfolgt eine erste, jedoch noch nicht sehr sorgfältige Auswahl des Lesegutes auf Reife und Gesundheit. Die Lage des Weinbergs trägt zur Qualität schon spürbar bei (Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung). Beim Ausbau des Weines wird ein erster spürbarer Aufwand getrieben.</p>

<h3>Weine von 9 - 12 &euro;</h3>
<p>Ausgeprägte Ertragsbeschränkungen. Der Weinberg bietet beste Voraussetzungen für ein breites Geschmacksvolumen und ausgereiftes Lesegut, bei der Lese wird auch auf bestes Ausgangsmaterial geachtet, der Aufwand dazu hält sich jedoch noch in Grenzen. Beim Ausbau werden in der Regel eine große Anzahl an qualitätssteigernden Maßnahmen beachtet und in vertretbarem Umfang auch durchgeführt.</p>

<h3>Weine ab 15 &euro; aufwärts</h3>
<p>Der Wein wächst auf den besten Lagen des jeweiligen Anbaugebiets, was jedoch ein noch breites Spektrum umfassen kann. Die für den Anbau von Wein besonders geeigneten Lagen z. B. im Medoc können eben nicht überall angefunden werden. Bei der Lese ist der Aufwand, mit dem das Lesegut sortiert wird sehr hoch bis immens, was ausgeprägte Handarbeit und geschultes Personal voraussetzt. Beim Ausbau finden kapitalintensive Verfahren Anwendung. Die Ertragsbeschränkung ist bis auf ein vertretbar niedriges Maß herabgesetzt.<br />
Alle Unterschiede in diesem Preissegment, die nach oben bis in den drei- und vierstelligen Bereich vorstoßen können, sind einerseits auf diesen enormen Aufwand bei der Pflege des Weins zurückzuführen, und sind andererseits dem Namen des Weins, seinem Ansehen in der Weinwelt, seiner Knappheit, dem Geschick bei der Vermarktung und allen anderen Faktoren, nach denen der Preis eines Wirtschaftsgutes sich bemessen kann, geschuldet.</p>

<p>Sehr gut zu beobachten sind diese jeweiligen Preisbereiche bei den Weinen, die von jeweils einem Weingut produziert werden. Bei der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-verquiere.html"><strong>Domaine de Verqui&egrave;re</strong></a> aus Sablet erklären sich die Preisunterschiede erstens aus den jeweiligen Lagen/Dörfern und zweitens natürlich aus dem Aufwand beim Ausbau. Für den Winzer lohnt sich dieser größere Aufwand eben deswegen, weil er für den Wein aus der besseren Lage einen höheren Preis erzielen kann.<br />
Bei der <strong>Domaine Grand Jacquet</strong> aus Mazan liegt der Fall ein wenig anders, die jeweiligen Preisunterschiede resultieren im wesentlichen aus Unterschieden beim Ausbau. Interessant bei dieser Domäne ist, dass der unterschiedliche Aufwand auch zu einer ungünstigeren Einstufung bei der Lage führen kann, da einige Weine als Vin de Pays eingestuft werden, obwohl der Ausbau sehr intensiv durchgeführt wurde.</p>

<p>Es würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit meinen Gedanken etwas helfen konnte, Weine in ihrem Verhältnis zum Preis besser einschätzen zu können.</p>

]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv10.html</link>
    <guid>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv10.html</guid>
    <pubDate>Wed, 09 Mar 2005 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Der Preis eines Weines</title>
    <description><![CDATA[
<p>Eine oft gestellte Frage im Zusammenhang mit Weinen geht in die Richtung, wie sich die oft stark voneinander abweichenden Preise bei Weinen der gleichen Lagen erklären. So reicht die Spanne der Preise z. B. bei der Cru-Lage Chateauneuf-du-Pape von unter 10 &euro; im Supermarkt bis zu über 30 &euro; von renommierten Domainen.</p>
<p>Wie immer liegt dies zum größten Teil an den Kosten, die dem Produzenten bei der Arbeit am Wein entstanden sind.</p>
<p>Dies beginnt schon bei der Bearbeitung des Weinbergs im Winter, wenn noch gar keine Rebe zu sehen ist. Vor allem die Behandlung des Bodens und die Arbeit an den Rebstöcken kann sehr arbeitsaufwendig oder aber auch sehr reduziert erfolgen, was sich dann im Sommer konsequent auf die Qualität der Trauben auswirkt. Der nächste Punkt, der sich sehr preistreibend auswirkt, ist das Schneiden der Reben schon zu einem Zeitpunkt, wenn noch gar nicht abzusehen ist, ob der Jahrgang allein vom Wachstum her ein guter oder weniger guter wird. Bei diesem Schritt entscheidet der Winzer, wie viel Most er im Herbst von jedem Rebstock erhalten wird. Je rigoroser er schneidet, desto weniger aber bessere Trauben wachsen am Rebstock und desto teurer wird der Wein.</p>
<p>Bei der Ernte steht der Winzer vor der Frage, wie diese ablaufen soll. Preistreibende Maßnahmen sind hier eine Lese mit der Hand, ob überhaupt und wie oft die geernteten Trauben auf einem Förderband noch weiter selektiert werden sollen und wie hoch die Qualifikation der Erntehelfer ist. Die berühmte Domaine Romanné-Conti im Burgund zum Beispiel beschäftigt einen festen Stamm von Erntehelfern, die eine intensive Ausbildung erhalten und deshalb auch entsprechend gut bezahlt werden.</p>
<p>Beim nächsten Schritt der Weinbereitung im Kelterhaus ist entscheidend, wie dies mit modernen Maschinen ausgestattet ist. Eine für qualitätsbewusste Winzer heutzutage unabdingbare Ausstattung ist zum Beispiel eine Maschine, die eine kontrollierte Gärtemperatur erlaubt. Je intensiver diese Maschine benutzt wird, desto höher sind die Kosten, die entstehen.</p>
<p>Eine Kleinigkeit, die jedoch sehr aufschlussreich sein kann, ist die Wahl des Korkens. Gute Domainen haben einen eigenen Korken von guter Qualität, auf den der Name der Domaine eingebrannt ist. Natürlich sind diese Korken etwas teurer als neutrale.</p>
<p>All dies summiert sich und mündet dann in einen Flaschenpreis, der entsprechend höher ausfällt, je mehr dieser Maßnahmen durchgeführt wurden und auch mit welchem Aufwand sie betrieben wurden.</p>
<p>Ernst zu nehmende Weinexperten sind darüber hinaus der Meinung, dass es einen Preis gibt, mit dem alle denkbaren Maßnahmen abgegolten sind (30 bis 40&euro;). Alles was an Preisen darüber liegt, sei auf die üblichen Marktmechanismen zurückzuführen - geschicktes Marketing, Markenname, geringe Menge, große Nachfrage usw.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv9.html</link>
    <guid>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv9.html</guid>
    <pubDate>Wed, 31 Dec 2003 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Lagerung von Wein</title>
    <description><![CDATA[
<p>Eine der am meisten gestellten Fragen von Kunden ist die, wie lange der zum Kauf ins Auge gefasste Wein gelagert werden kann. Die Beantwortung dieser Frage muss von zwei Seiten angegangen werden. Zum ersten hängt es davon ab, wie der Wein gelagert wird, und zum zweiten natürlich auch davon, um was für eine Art von Wein es sich handelt.<br />
Die Komponenten, die dazu beitragen, dass der Wein während der Lagerung keinen Schaden erleidet, fasst man mit dem Begriff „fachgemäße Lagerung“ zusammen. Damit ist gemeint, dass er dunkel liegt, damit sich die Farbe durch das Sonnenlicht nicht verändert, dass eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit herrscht (70-80%) damit der Kork nicht austrocknet und dass er vor allem von Erschütterungen verschont bleibt. Die Austrocknung des Korkens muss auch dadurch verhindert werden, dass der Wein liegt und der Korken dadurch immer gut durchfeuchtet bleibt. Ein feuchter Korken verhindert vor allem, dass zu viel Sauerstoff durch ihn dringt, denn Sauerstoff beschleunigt den Alterungsprozess ganz erheblich.<br />
Mit die wichtigste Komponente zur fachgerechten Lagerung ist die Temperatur unter der der Wein liegt. Die Grenzen, die der Wein problemlos verkraftet, werden in der Weinliteratur verschieden festgelegt. Die Angaben schwanken von 8 - 18 Grad C zu 10 - 15 Grad C.<br />
Problematisch ist hierbei nicht so sehr die absolute Temperatur, unter der Wein gelagert wird, sondern schädlich für den ihn sind Temperaturschwankungen. Nicht ohne Folgen bleiben kurze Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperatur, wohingegen jahreszeitliche Schwankungen bis zu 10 Grad noch toleriert werden können. Wichtig ist einfach, dass sich die Temperaturveränderung sehr langsam vollzieht.</p>

<p>Bei der Frage, ob ein Wein erst nach einer Lagerungszeit getrunken werden soll, ist von Wichtigkeit, ob es sich um einen ausbaufähigen Wein handelt. Der Wein soll ja während der Lagerung besser werden, und das ist nicht zwangsläufig der Fall wenn er nur eine gewisse Alterungsfähigkeit besitzt. Nur alterungsfähige Weine können zwar liegen, werden jedoch dadurch nicht besser. Dies ist nur der Fall, wenn der Wein ausbaufähig ist.<br />
Diese qualitative Verbesserung trifft nur bei einem kleinen Teil der im Handel befindlichen Weine zu. Es muss festgehalten werden, dass der Trend auf der ganzen Welt dahin geht, sofort trinkreife Weine zu erzeugen, in der Mehrzahl soll der Wein innerhalb der ersten zwei Jahre getrunken werden. In der Regel ist er danach zwar noch einige Jahre trinkbar, er wird jedoch nicht besser. Selbst in Regionen, in denen traditionell immer Weine angebaut wurden, die erst nach längerer Lagerung trinkbar waren, (Barolo, nördliche Rhone, Cahors aber auch Burgund und Bordeaux) geht der Trend dahin Weine zu erzeugen, die einerseits früher trinkbar aber doch ausbaufähig sind. Dies führte dazu, dass heute produzierter Wein auch aus diesen Regionen in der Regel nicht mehr so lange gelagert werden kann wie früher.</p>

<p>Grundlegende Voraussetzung für Ausbaufähigkeit ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Alkohol-, Zucker- und Säuregehalt des Weines. Zu differenzieren ist dabei zwischen Weiß- und Rotweinen. Bei Weißweinen ist im Grundsatz ein hoher Säureanteil günstig, bei Rotweinen ein hoher Gehalt an Phenolen. Diese stecken in den Pigmenten (Farbstoffe, Tannine, Vanillin). Tannine stecken in allen Teilen der Rebe, die Holzanteile haben, also in der Schale oder den Stängeln, wobei die Tannine in den Stängeln dem Geschmack des Weines in der Regel abträglich sind. Auch durch eine Lagerung im Holzfass gelangen Tannine in den Wein, vorausgesetzt das Fass ist nicht ausgelaugt.<br />
Eine weitere Komponente, die den Wein ausbaufähig macht, ist der Reifegrad der Traube.</p>

<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Komponenten, die einen Wein ausbaufähig machen, vom Winzer beeinflusst werden können. Er entscheidet also durch seine Art, wie er den Wein vinifiziert, ob er ausbaufähig ist oder nicht.</p>

<p><b>Ausbaufähige Rebsorten sind:</b></p>
<ul>
<li><b>Weißweine:</b> Chardonnay, Chenin blanc, Riesling, Veltliner</li>
<li><b>Rotweine:</b> Cabernet Sauvignon, Merlot, Nebbiolo, Pinot Noir, Syrah, Tannat, Malbec (Cot)</li>
</ul>
<p>Es muss aber gesagt werden, dass diese Rebsorten zwar das Potential zur Ausbaufähigkeit haben, ob sie das auch wirklich sind, entscheidet der Winzer durch seine Vinifikation.</p>

<p><b>Weine mit Ausbaufähigkeit aus meinem Angebot sind:</b></p>
<ul>
<li>Weine der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-verquiere.html">Domaine de Verqui&egrave;re</a>: Hier besonders der <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-de-verquiere-ac-vacqueyras.html">AC Vacqueyras</a> (6-8 Jahre)</li>
<li><a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-fontavin.html">Domaine de Fontavin</a>: <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-de-fontavin-ac-gigondas.html">AC Gigondas</a> (6 - 8 Jahre) und <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-de-fontavin-ac-chateauneuf-du-pape.html">AC Chateauneuf du Pape</a> (8 - 10 Jahre)</li>
<li><a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-gille.html">Domaine Gille</a>: Nuits St. Georges (6 - 8 Jahre) und Corton Renardes Grand Cru (10 Jahre und länger) <i>(beide Weine nicht mehr im Angebot)</i></li>
<li><a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-gravalous.html">Domaine des Gravalous</a>: <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-des-gravalous-cuvee-traditionelle.html">Cuvée Traditionelle</a> (6 Jahre) und <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-des-gravalous-cuvee-reserve.html">Cuvée Reserve</a> (10 Jahre)</li>
</ul>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv8.html</link>
    <guid>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv8.html</guid>
    <pubDate>Sat, 13 Sep 2003 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Wein in Slowenien und Kroatien</title>
    <description><![CDATA[
<p>Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit mit Slowenien und Kroatien zwei Weinregionen zu besuchen, denen eine lange Tradition bei der Herstellung von Wein bescheinigt wird.</p>
<p>Diese zum Teil jahrhundertlange Erfahrung war deutlich erkennbar, denn es konnten durchweg sauber gemachte Weine verkostet werden. In fast allen Restaurants sind gute Alltagsweine offen zu erhalten, die sehr gut mit der einheimischen Küche harmonieren. Als Weißwein wird hier durchgängig Malvasia angeboten, eine Rebsorte, die ihren Ursprung in Griechenland hat. Der Wein ist frisch und lebendig, in den besseren Versionen auch durchaus charaktervoll. Als Rotwein wird zumeist Merlot angeboten. Hier lag die Qualität meist doch etwas unter dem Durchschnitt dessen, was auf dem deutschen Markt angeboten wird. Dies gilt jedoch nur für die offen angebotenen Wein, Merlot in Flaschen abgefüllt war von deutlich besserer Qualität.</p>
<p>Der bekannteste Wein Sloweniens ist der Laski Rizling, eine Rebsorte, die aber mit dem deutschen Riesling überhaupt nicht verwandt ist. Vielmehr ist es die slowenische Bezeichnung für den in Österreich weit verbreiteten Welschriesling.</p>
<p>Die slowenische Spielart hatte früher unter dem Namen Lutomer Laski Riesling einen denkbar schlechten Ruf. Es handelte sich dabei um einen stark lieblich ausgebauten Wein, der kaum mehr etwas vom eigenständigen Charakter der Rebsorte besaß. Jahrzehntelang war es der in Großbritannien meistverkaufte Weißwein. Inzwischen ist festzustellen, dass der slowenische Laski Rizling ein Wein ist, der stark an Qualität gewonnen hat, es sind durch die Bank leichte, frische, zart aromatische Weine. In Kroatien wird er Grasevina genannt, auch hier ist er zumeist von guter Qualität.</p>
<p>Die slowenischen Winzer zeigen sich sehr experimentierfreudig, sie bauen inzwischen neben ihren traditionellen Sorten auch Chardonnay und Sauvignon blanc an, mit durchaus guten Ergebnissen.</p>
<p>Die beste einheimische rote Rebsorte Kroatiens ist der Plavac Mali, von der einige Experten behaupten, dass sie identisch mit dem Zinfandel sei. Dies ist ein dichter Wein, mit hohem Alkoholgehalt, kräftigen Tanninen und tiefdunkler Farbe. Die von mir getrunkenen Weine waren durchweg noch recht jung, ihre Entwicklungsfähigkeit hin zu einer schönen Entfaltung war jedoch schon erkennbar. Ein gut gemachter Plavac Mali ist sicherlich eine Alternative zu einem Bordeaux von mittlerer Qualität und dann durchaus preiswert.</p>
<p>Insgesamt zeigen sich die beiden Regionen in jeder Hinsicht als Alternative zu Weinen, die im Augenblick in Deutschland erhältlich sind. Leider sind sie aber preislich kaum günstiger zu haben, es zeigt sich auch hier, dass Qualität ihren Preis hat, egal in welchem Teil unserer Erde.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv7.html</link>
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    <pubDate>Sun, 31 Aug 2003 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Qualitätssteigerung im Süden Frankreichs</title>
    <description><![CDATA[
<p>In der professionellen Weinpresse ist immer wieder - zu Recht - die Rede davon, dass sich die Qualität der Weine im allgemeinen in den vergangenen Jahren stetig gesteigert hat. In diesem Zusammenhang ist auch oft von einem qualitativen Aufbruch in Frankreichs Süden die Rede z. B. im Languedoc. Dies ist sicherlich richtig doch auch für die südliche Rhone trifft diese Feststellung uneingeschränkt zu, was sich zum Beispiel auch daran zeigt, dass die Nachfrage nach Weinen dieser Region in England sprunghaft gestiegen ist. England gilt in der Welt des Weines als das Land, das wegen seiner großen Zahl an kenntnisreichen Weintrinkern schon oft Trends festgelegt hat.</p>
<p>An der südlichen Rhone wurde vor Jahrzehnten das französische Appellationssystem begründet (siehe die beiden <a href="http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv1.html">Newsletter Nr. 1</a> und <a href="http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv2.html">Newsletter Nr. 2</a>), und aufgrund dieser langen Geschichte hat sich eine in mehrere Ebenen gegliederte Qualitätspyramide entwickelt, die in ihrer Struktur vielen anderen Regionen als Vorbild dient.</p>
<p>An der Spitze dieser Pyramide stehen die fünf Appellationen mit eigener Herkunftsbezeichnung (auch „crus“ genannt) und darunter die sechzehn Gemeinden, die zu dem Zusatz Villages noch den Namen der Ortschaft auf dem Etikett anbringen dürfen. Zwei der zu diesem Kreis gehörenden Gemeinden schafften es in den letzten Jahren in den Kreis der Crus vorzustoßen, nämlich Gigondas und Vacqueyras. Von den im Kreis der 16 verbliebenen sind immer wieder einige im Gespräch, dass sie als nächste diesen ersehnten Aufstieg schaffen würden. Drei Gemeinden werden dabei konstant immer genannt: Rasteau, Sablet und Cairanne, und die Winzer dieser Orte unternehmen auch alle Anstrengungen bei der Produktion ihrer Weine, damit dieser für sie so lukrative Schritt bald Wirklichkeit wird.</p>
<p>Dies bedeutet, dass im Augenblick noch Weine aus diesen Gemeinden mit herausragender Qualität zu einem fairen Preis erhältlich sind, bevor die eventuelle Heraufstufung sie sprunghaft steigen lässt.</p>
<p>Mit den Brüdern Chamfort von der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-verquiere.html">Domaine de Verquiere</a> und der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-chamfort.html">Domaine Chamfort</a>, und Denis Grangeon von der Domaine du Parandou sind in meinem Angebot drei hervorragende Winzer in meinem Angebot, deren Weine seit vielen Jahren mit Medaillen prämiert werden oder Erwähnung im Guide Hachette finden.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv6.html</link>
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    <pubDate>Sun, 06 Apr 2003 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Die Wiederkehr einer „vergessenen“ Rebsorte: „Viognier“</title>
    <description><![CDATA[
<p>Bis vor einigen Jahren wurde von den Winzern weltweit mehr Wert auf Masse als auf Klasse gelegt, was bedeutete, dass in erster Linie ertragsreiche Rebsorten angepflanzt und vinifiziert wurden. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Rebsorten entweder verschwanden oder nur noch in kleinen, abgegrenzten Gebieten überlebten.<br />
Eine dieser Rebsorten war die in Frankreich angebaute „Viognier“. Noch in den Fünfziger-Jahren fand man sie in ganz Südfrankreich, doch vor allem wegen ihrer von Natur aus geringen Erträge (was sich positiv auf die Qualität auswirkt) verlor sie mehr und mehr die Gunst der Winzer und überlebte nur dort, wo sie qualitativ schon immer die besten Ergebnisse erzielt hatte, an der nördlichen Rhone. Die besten und damit auch teuersten Viognierweine  kamen und kommen immer noch aus der Appellation Condrieu, wo sie schon immer die einzige zugelassene Rebsorte war<br />
Damit die Viognier-Rebe alle ihre Qualitäten entfalten kann, braucht sie viel Wärme um voll ausreifen zu können. In Condrieu mit seinen steil abfallenden Granit-Südhängen hat sie dazu ideale Bedingungen. Die allerfeinsten Weine aus dieser Rebsorte kommen von Chateau Grillet, einem kleinen Talkessel inmitten der Appellation Condrieu. Das im Privatbesitz sich befindliche Chateau hat eine eigene Appellation und ist mit 2,5 ha eine der kleinsten Frankreichs.</p>
<p>Es steht zweifelsfrei fest, dass die Qualität des angebotenen Weins in den letzten Jahren im Schnitt stark angestiegen ist. Dies führte dazu, dass es wegen der am Markt zu erzielenden höheren Preise, für die Winzer immer attraktiver wurde, solche in Vergessenheit geratenen Rebsorten wieder anzubauen. Die französischen Rebschulen verzeichneten ab der Mitte der 80er-Jahre eine zunehmende Nachfrage nach Viognier-Edelreisern und verkauften um 1988 jährlich eine halbe Million Stück. Im Languedoc-Roussillion gab es vor 1989 nicht eine einzige Viognier-Rebe, aber 1993 betrug die Anbaufläche bereits 140 ha, und sie ist inzwischen weiter gewachsen (Quelle: Robinson, Jancis: Rebsorten und ihre Weine).</p>
<p>Einer der ersten, die an der südlichen Rhone wieder Viognier anbauten, war Denis Chamfort von der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-chamfort.html">Domaine Chamfort</a>, und in den letzten Jahren bekam er diese rech schwer zu kultivierende Rebe immer besser in den Griff. Wie er mir vor kurzem schrieb, wird sein <a href="http://www.horberweinkontor.de/weinliste-domaine-chamfort-cuvee-benjamin-viognier.html">Jahrgang 2001</a> im Guide Hachette 2003 mit zwei Sternen ausgezeichnet werden.</p>
<p>Viognier ergibt, gut ausgebaut, einen Wein mit eher schwacher Säure, kräftiger Farbe und einem ganz eigenen Duft, der stark an Honig, Aprikosen, Pfirsiche und Blumen erinnert, mit einem Hauch von Ingwer.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv5.html</link>
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    <pubDate>Sat, 28 Dec 2002 00:00:00 +0100</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Appellation Controllé als Basis der französischen Qualitätseinstufung</title>
    <description><![CDATA[
<p>Frankreich schuf sich mit der 1935 eingeführten Klassifikation der „appellation d'origine controllé“ (AOC) ein System, das in der damaligen Zeit ein großer Fortschritt hinsichtlich einer relativ genauen Qualitätsbestimmung war. In den Bestimmungen spiegelte sich der französische Glaubensgrundsatz, dass die Qualität des Weines sich auf den Ort gründet, an dem die Reben wachsen. <em>„Der Wein wird im Weinberg gemacht.“</em></p>
<p>Dahinter steht das Konzept des „Terroirs“, definiert als das Zusammenspiel von Landschaft, Groß- und Kleinklima und Boden, das einen Weinberg kennzeichnet. Darunter versteht man mehr, als dass das Klima entweder grob gesprochen kühl oder heiß ist, oder ob der Rebstock auf Kalk oder Schiefer wächst. In Wirklichkeit ist damit gemeint: die Tages- und Nachttemperaturen, die jährliche Verteilung der Niederschläge, die Sonnenscheindauer, die Tiefgründigkeit des Bodens, den pH-Wert, die Hangneigung, das Wasserrückhaltevermögen des Bodens, die Meereshöhe, die Nähe zu Gebirgen, Flüssen, Wäldern, Seen und zum Meer. All dies beeinflusst den Wein und macht ihn unverwechselbar gegenüber den anderen.<br />
Durch die Einführung des AOC-Systems sollte sichergestellt werden, dass ein Wein aus einem bestimmten Gebiet kommt, das seinen typischen Charakter und seine Qualität bestimmt. Dabei werden für jede Appellation die Rebsorten festgeschrieben, die verwendet werden dürfen. Da sie für den Charakter des Weins nach französischem Glauben jedoch nicht so entscheidend sind wie das Terroir, erscheinen sie in aller Regel nicht auf dem Etikett.</p>
<p>Diese Philosophie steht im Gegensatz zu der anderen existierenden Denkrichtung, dass der Wein vor allem im Keller vom Winzer gemacht wird. Dies drückt sich auch in der vor allem in Übersee gebräuchlichen Bezeichnung „winemaker“ für Winzer aus. Darin steckt, dass der Wein nicht im Weinberg wächst, wie der Franzose meint, sondern gemacht wird.</p>
<p>Das französische AOC-System war zur Zeit seiner Einführung sicherlich ein enormer Fortschritt, denn es schützte vor dem Missbrauch eingeführter Namen und es garantierte die Herkunft des Weines. Inzwischen zeigen sich jedoch auch die  Schattenseiten dieses Systems.<br />
Der hauptsächliche Nachteil liegt darin, dass es Strukturen festschrieb und durch seine Festlegung auf bestimmte erlaubte Rebsorten in jedem AOC-Bereich, Veränderungen verhindert. So lässt es einem experimentierfreudigen Winzer keinen Raum es mit anderen Rebsorten zu versuchen, denn es zwingt ihn dazu diesen Wein als einfach klassifizierten Wein in den handel zu bringen, ungeachtet seiner Qualität.</p>
<p>Ein Beispiel dafür ist der von mir seit kurzem angebotene Vin de Pays de Vaucluse von der Domaine Grand Jacquet. Neben den an der Rhone erlaubten Grenache und Syrah mischt Noel Jacquet diesem Wein auch 40% Cabernet Sauvignon bei. Das ergibt einen Wein, der zwar nicht gerade rhonetypisch ist, aber durch die Edelrebe Cabernet Sauvignon stark an Ausdruck gewinnt. Ein Wein mit Fülle und Struktur, der weit mehr erfüllt als die Erwartungen an einen mit Vin de Pays klassifizierten Tropfen.</p>
]]></description>
    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv4.html</link>
    <guid>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv4.html</guid>
    <pubDate>Sat, 19 Oct 2002 00:00:00 +0200</pubDate>
</item>

<item>
    <title>Traditionalisten versus Modernisten</title>
    <description><![CDATA[
<p>In diesem Newsletter möchte ich über ein Thema sprechen, das die Winzer in einigen Weingegenden Europas seit längerer Zeit eingehend beschäftigt, nämlich den Konflikt zwischen „Traditionalisten“ und „Modernisten“. Damit ist gemeint, dass sich der Geschmack und vor allem die Erwartungen der Kunden an den Wein grundlegend geändert hat, was nicht ohne Einfluss auf den Ausbau von Weinen blieb.</p>
<p>Bis vor einigen Jahren wurden die Weine in einigen renommierten Anbaugebieten noch so ausgebaut, dass sich ihre Reife und Trinkfertigkeit erst nach einigen Jahren der Lagerung einstellte. Die eindrucksvollsten Beispiele in dieser Hinsicht sind das Barolo in Norditalien und Cahors in Südwestfrankreich. Diese Weine waren in ihrer Jugend kaum zu trinken und kamen zumeist bewusst erst nach einigen Jahren in den Handel.</p>
<p>Da die überwiegende Anzahl der Weintrinker den Wein jedoch nicht kauft um ihn Jahre einzulagern, sondern ihn meist sofort trinken will, sahen sich die Winzer gezwungen, sich diesem Wunsch nach sofort trinkbaren Weinen zu beugen und sie entsprechend auszubauen. Dies bedeutete zum einen, dass in der Gärungsphase sichergestellt wurde, dass die Menge der Tannine nicht mehr so groß wurde, oder dass bestimmten tanninhaltigen Rebsorten andere beigemischt wurden.</p>
<p>Im Cahors bedeutete dies, dass den Weinen zu der seither dominierenden Rebsorte Cot nun eine bestimmte Menge Merlot beigemischt wurde, wodurch er weicher und fruchtiger wurde. Natürlich fällt es einigen Winzern schwer, ihren traditionellen Wein, der zum Teil seit Jahrhunderten typisch für das Gebiet war, in dieser Weise zu verändern und - vor allem im Barolo - wird die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Weinstilen noch zum Teil sehr erbittert geführt.</p>
<p>An der Rhone sind die Unterschiede zwischen diesen Stilen nicht so gravierend wie in den beiden oben angesprochenen Gebieten, denn die Weine vor allem der südlichen Rhone waren immer schon früher trinkreif als zum Beispiel im Cahors.</p>
<p>Spürbar sind sie jedoch vor allem bei den Weinen der beiden Brüder Chamfort. Denis von der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-chamfort.html">Domaine Chamfort</a> als „Modernist“ und Bernard von der <a href="http://www.horberweinkontor.de/winzer-verquiere.html">Domaine de Verqui&egrave;re</a> als „Traditionalist“.</p>
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    <pubDate>Wed, 21 Nov 2001 00:00:00 +0100</pubDate>
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    <title>Rebsorten der Rhone</title>
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<p>In diesem Newsletter möchte ich einiges über die Rebsorten der Rhone erzählen. Das große Weinbaugebiet, das einige Kilometer südlich von Lyon beginnt und sich bis in die Gegend von Orange erstreckt, kann vom Charakter der Weine in zwei große Bereiche eingeteilt werden, die nördliche und die südliche Rhone. Den klingenderen Namen besitzen dabei die Weine der nördlichen Rhone, was sich natürlich auch im Preis ausdrückt. Hier werden hauptsächlich zwei Rebsorten angebaut und zu reinsortigen Weinen vinifiziert, Syrah für den Rotwein und Viognier für den Weißwein. Syrah findet hier ideale Bedingungen, steile Hanglagen und ein wasserdurchlässiger, felsiger Boden, der die Wärme speichert. Dies garantiert, dass die Reben gut ausreifen, was bei dieser Rebsorte absolut notwendig ist.<br />Es wird von den Winzern kaum die Basisappellation Cotes du Rhone produziert, und wenn dann besteht auch er nur aus einer dieser Rebsorten. Der Wein dieser Gegend wird hauptsächlich unter den Namen der Gemeindeappellationen ausgebaut, an der Spitze Hermitage, Condrieu, Cote Rotie und Chateau Grillet, danach St. Joseph, Cornas, Croze-Hermitage und St. Peray. Vom Ansehen her vergleichbar sind alle diese Gemeindeappellationen mit den fünf Crus der südlichen Rhone, die ich im letzten Newsletter beschrieben habe.</p>
<p>Die südliche Rhone kann auch in zwei Bereiche unterteilt werden, für die zwar die gleichen Regeln gelten, deren Weine jedoch aufgrund der klimatischen Verhältnisse und des Bodens deutlich unterscheidbar sind, und zwar in die Gebiete rechts und links der Rhone. Der weitaus größere Teil der qualitativ hochstehenden Villages-Weine und der Crus befinden sich östlich der Rhone.<br />An der südlichen Rhone müssen die Weine nach den Bestimmungen der Appellation aus mehreren Rebsorten zusammengesetzt sein. Die Weinsorten, die angebaut und verwendet werden dürfen, wurden bei der gesetzlichen Einführung der Appellation festgelegt, beim Chateauneuf-du-Pape sind es z.B. insgesamt 14 Sorten. Die ganze zugelassene Bandbreite wird jedoch von kaum einem Winzer auch genutzt.<br />Ein Wein der südlichen Rhone besteht in der Regel aus einem großen Anteil an Grenache, die ihm die Frucht bringt, veredelt durch Syrah und Mourv&egrave;dre, die ihm Struktur, Festigkeit und eventuelle Lagerfähigkeit verleihen.<br />Der Mischsatz der südlichen Rhone war zu den Zeiten, als er gesetzlich festgelegt wurde in jedem Fall ein qualitativer Schritt nach vorne, er ermöglichte es dem Winzer ein wenig unabhängiger von den Launen der Natur zu werden und dem Risiko, dass eine Rebsorte in einem Jahr nicht optimal geriet. Dies konnte durch die anderen Sorten bis zu einem gewissen Grade ausgeglichen werden. Unter den damaligen Bedingungen war es eben ungleich schwerer als heute einen weniger guten Jahrgang doch noch respektabel zu vinifizieren. Mit den heutigen, modernen Methoden der Weinzubereitung ist dies eher möglich.</p>
<p>In den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend zu reinsortig ausgebauten Weinen aus Übersee festzustellen. Besonders Weine aus 100% Syrah finden immer mehr Liebhaber, was dazu führte, dass auch an der südlichen Rhone mehr und mehr Winzer dazu übergehen, solche Weine zu produzieren. Dabei stehen sie jedoch vor dem Problem, dieser Wein eben nicht den zur Klassifikation vorgeschriebenen Mischsatz aus den zugelassenen Rebsorten aufweist und deshalb als Vin de Pays angeboten werden muss. Aus meinem Angebot ist es Monsieur Jouve, der seinen Syrah als „Vin de Pays de Coteaux de C&egrave;ze“ klassifizieren muss, obwohl er seine anderen Weine als Cotes du Rhone verkaufen kann.<br />Interessantes konnte ich dazu bei einem Aufenthalt im Vaucluse feststellen. Ein großes Handelshaus an der südlichen Rhone bietet einem Wein unter dem Namen „cuvée syranne“ und der Klassifikation Cotes du Rhone an. Durch den Namen wird suggeriert, dass es sich um eine cuvée handle, obwohl der Wein aus 100% Syrah besteht. Der Vorsitzende einer Winzervereinigung eines Dorfes meinte dazu, dass dies nicht erlaubt wäre, aber wohl auch nicht geahndet werden würde.</p>
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    <pubDate>Fri, 25 May 2001 00:00:00 +0200</pubDate>
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    <title>Südliche Rhone</title>
    <description><![CDATA[
<p>Es ist mein Bestreben, neben Informationen zu Weinen (auch zu den von mir vertriebenen) auch einiges über andere Bereiche zum Thema Wein zu sagen. Beginnen möchte ich mit einem kurzen Überblick über die Qualitätsstufen der Weine aus dem Rhonetal, wobei ich mich hier auf die südliche Rhone beschränken will.<br />Die Klassifizierung der Weine dieser Gegend beginnt mit den Bemühungen des Barons Le Roy de Boiseaumarié von Chateau Fortia in Chateauneuf du Pape, unter dessen Führung ein Regelwerk erarbeitet und 1923 erlassen wurde, das fortan die Qualität des Weines aus diesem Dorf garantieren sollte. Die darin festgehaltenen Vorschriften dienten bei der Einführung des heute noch gültigen Systems der Appellation d'Origine Controllé im Jahre 1935 als Vorbild.</p>
<p>Die erste Appellation im Tal der Rhone war also Chateauneuf du Pape.</p>
<p>Im Jahre 1937 wurde eine zweite eingeführt, die AOC Cotes du Rhone, deren Regelungen jedoch nicht ganz so streng waren, wie diejenigen von Chateauneuf.</p>
<p>Die Entwicklung brachte es dann mit sich, dass eine große Anzahl von Gemeinden Weine produzierte, die über dem Durchschnitt der anderen Dörfer der Appellation standen, was darin mündete, dass diese sich um eine eigene Appellation bemühten. Im Jahre 1953 waren diese Bemühungen von Erfolg gekrönt, das strengere Regelwerk der Appellation Cotes du Rhone Villages wurde gesetzlich anerkannt. Sehr schnell entwickelte sich eine qualitative Zweiteilung der damals 77 Gemeinden der AOC CdR Villages und einige Gemeinden erhielten als Zeichen ihrer höherstehenden Qualität das Recht, ihren Namen mit auf das Etikett zu schreiben.<br />Mit dieser Etablierung der Villages-Appellation war im Jahre 1953 das auch heute noch gültige Qualitätssystem der Rhoneweine festgelegt:</p>
<p>Als Basis die AOC Cotes du Rhone, darüber die AOC Cotes du Rhone Villages und als Spitze die AOC Chateauneuf du Pape. Da diese System jedoch dynamisch gesehen wird, gab es bis heute und gibt es sicherlich auch noch in der Zukunft einige Veränderungen.</p>
<p>Die wesentlichste Veränderung ist die, dass die Spitze breiter geworden ist, d.h. zu Chateauneuf gesellten sich noch einige andere Appellationen, die jetzt Crus genannt werden und die zumindest nominell auf gleicher Stufe mit Chateauneuf stehen. Diese Aufsteiger rekrutieren sich aus dem Bereich der Villages-Dörfer mit Gemeindenamen, und das erste Dorf das den Aufstieg schaffte war Gigondas. Etwa zeitgleich mit Chateauneuf hatten sich die Winzer dieses Dorfes um ein gemeinsames Regelwerk bemüht, doch diese Bemühungen wurden erst spät honoriert. Es wird in Gigondas davon gesprochen, dass daran der Baron Le Roy de Boiseaumarié aus Chateauneuf mit seinem großen Einfluss nicht ganz unbeteiligt war, der dadurch einen Konkurrenten von seinem renommierten Dorf auf Distanz hielt. Erst 1966 wird Gigondas in die Reihen der AOC Villages aufgenommen, aber schon 1971 schafften die Gemeinde den Sprung in die Klasse von Chateauneuf, es erhielt eine eigene Appellation und wurde damit ein Cru.<br />Unweit von Gigondas liegt Vacqueyras, ein Dorf, das auch beständig herausragende Qualität ablieferte. Diese Gemeinde war dann eine weitere, die den Sprung aus der Gruppe der Cotes du Rhone Villages in die höchste Klasse schaffte, nämlich 1990. Da sich die Winzer dieses Dorfes erst seit kurzem dieser neuen Klassifizierung erfreuen können, bieten sie im Augenblick wohl das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.</p>
<p>Auch im Augenblick sind einige Gemeinden aus der Gruppe der AOC Villages laufend darum bemüht in die Gruppe der Crus aufzusteigen (Sablet, Rasteau, Cairanne). Man darf gespannt sein, welche Gemeinde dies als nächste schaffen wird.</p>
<p>Zusammengefasst noch einmal die Qualitätsstufen der südlichen Rhone:</p>
<p>
<ul>
<li>Als Basis die AOC Cotes du Rhone,</li>
<li>darüber die AOC Cotes du Rhone Villages
<ul>
<li>ohne Gemeindenamen</li>
<li>mit Gemeindenamen (16 Gemeinden, darunter Sablet, Rasteau),</li>
</ul>
</li>
<li>an der Spitze die Gruppe der Crus (5 Appellationen: Chateauneuf du Pape, Gigondas, Vacqueyras, Lirac, Tavel)</li>
</ul>
</p>
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    <link>http://www.horberweinkontor.de/newsletter-archiv1.html</link>
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    <pubDate>Sat, 20 Jan 2001 00:00:00 +0100</pubDate>
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